Uganda
Promotion of Renewable Energy Use in Uganda (ProREU)

Elektrifizierung der Lango Teilregion

Innerhalb des ProREU Projekts werden am Uganda Technical College Lira (UTC-Lira) 50 junge Frauen und Männer zu Solar Extension Agents (SEAs) ausgebildet, damit sie Installationen und Wartungen von Solaranlagen durchführen können. Das Projekt soll die Elektrifizierung der Lango Teilregion im Norden Ugandas nachhaltig unterstützen sowie den Solarmarkt der Region stärken. Außerdem soll die Skepsis gegenüber Solarenergie in der Bevölkerung durch die SEAs reduziert werden.

  • Gesamtvolumen: 160.203 €
  • Laufzeit: 1. Oktober 2020 bis 31. August 2022
  • Projektregion: Lango Teilregion, Norduganda
  • Projektpartner: Action for Child Social and Economic Transformation (ACSET)

Gefördert durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Status quo des Solarmarktes in Uganda

Aufgrund der unzureichenden Energieversorgung liegt der Zugang zu und die Nutzung von modernen Technologien in Uganda immer noch unter 20 %. Bei einer Elektrifizierungsrate von 7 % auf dem Land, sind immer noch große Teile der ländlichen Bevölkerung auf Kerosin angewiesen, welches sowohl gesundheitsschädliche Auswirkungen hat als auch hohe Kosten verursacht. Dies trifft auch besonders auf Norduganda zu, wo das Projekt arbeitet. Es fehlt an technischen und institutionellen Kapazitäten im öffentlichen und privaten Sektor, um Solarenergiesysteme zu verwalten, sowie an technischen Fähigkeiten in Bezug auf Installation und Wartung. Viele der in Schulen und im Gesundheitssystem installierten Solarstromanlagen funktionieren nicht, da die meisten Solarnutzer*innen keinen Zugang zu einem Reparatur- und Wartungsservice haben. Ein weiterer Faktor, der die Entwicklung des ugandischen Solarsektors behindert, ist das Fehlen von statistischen, frei zugänglichen Daten über bestehende Systeme und über Gebiete ohne Solarenergiesysteme. Dies schränkt auch die Verfügbarkeit von qualifizierter technischer Unterstützung in vielen Gemeinden Nordugandas ein.

An diesen Herausforderungen setzt das Projekt „Promotion of Renewable Energy Use in Uganda (ProREU)" an und umfasst zwei Maßnahmen:

 

 

Ausbildung im Bereich Solartechnik
Unterricht im Klassenzimmer (SEAs-Schulung am UTC-Lira) Copyright: ACSET

1. Ausbildung

In Kooperation mit dem Uganda Technical College Lira (UTC-Lira) werden Trainer*innen ausgebildet, um mit dem NVTI Solar Curriculum des Nakawa Vocational Training Institute zu unterrichten. Im Rahmen des Projekts bilden die Trainer*innen 50 junge Elektriker*innen zu Solar Extension Agents (SEAs) aus. Diese erlernen durch den Kurs die Installation und Wartung von Solaranlagen und agieren als Multiplikator*innen des erworbenen Wissens. Durch Praktika bei lokalen privaten Solarunternehmen vertiefen die SEAs ihre Fähigkeiten mit praktischen Erfahrungen. Um die SEAs langfristig zu verknüpfen, wird ein SEA-Netzwerk etabliert, welches eine Vielzahl von Aufgaben in der Lango Teilregion übernimmt. So ist es für Installation und Wartung sowie dem Mapping von Solaranlagen verantwortlich (siehe Punkt 2) und steht im Dialog und Kooperation mit privaten Solarunternehmen.

2. Mapping

Die ausgebildeten SEAs werden die Lango Teilregion ‚mappen‘, um bestehende Systeme und Gebiete ohne Solarenergiesysteme zu dokumentieren. Dazu reisen sie durch die verschiedenen Distrikte der Region und tragen alle Systeme und deren Zustand genau in eine Datenbank ein, die mit einer Karte verknüpft ist. Zusätzlich halten sie das Nichtvorhandensein von PV-Systemen online fest. Da diese Informationen öffentlich zugänglich sein werden, wird die Instandhaltung der Anlagen vereinfacht und private Solarunternehmen werden den Markt der Region besser einschätzen können.

Stimmen aus dem Projekt:

Ich konnte viel Neues lernen, z. B. über die Dimensionierung und Wartung von PV-Systemen und die Montage von Solarmodulen, die entsprechend der Sonnenausrichtung erfolgen muss. Ich habe auch vor, die Allgemeinheit darüber aufzuklären, wie man Solarsysteme richtig installiert, denn ich habe festgestellt, dass viele Leute es falsch machen, um schnelles Geld zu verdienen, was das Leben der Nutzer in Gefahr bringt.
Ocan Innocent aus Abok Sub-County, Oyam District, über seine SEA-Ausbildung

Das Projekt wird von der URBIS Foundation gemeinsam mit der ugandischen NGO Action for Child Social and Economic Transformation (ACSET) Uganda umgesetzt. Das Projekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.